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| Baugeschichte |
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Die Synagoge weist einen nahezu quadratischen Grundriß auf. Sie wurde in Fachwerkkonstruktion auf einem Sandsteinsockel errichtet und mit einem Walmdach versehen. Süd- und Westseite waren mit Schiefer geschindelt, ebenso das Dach. Die Nord- und Ostseite hingegen wurden verputzt. Ihren Zugang erhielt die Synagoge von der Westseite, wobei die Männer sie ebenerdigbetraten, die Frauen aber über eine Außentreppe zu der von zwei Säulen getragenen Frauenempore auf der Westseite gelangten. An der Ostwand befand sich der Thoraschrank. Die Bänke waren nach Osten ausgerichtet, in der Mitte stand ein Vorlesepult (Bima). Die Decke bestand aus einem Muldengewölbe mit goldenen Sternen auf blauem Anstrich. Zwei Leuchter hingen von ihr herab, einige zusätzliche Lampen waren an den Wänden angebracht. Die Wände hatten zuletzt eine braunrote Farbfassung mit bogenartigen Verzierungen und hebräischen Inschriften in Goldbronze, die mittlerweile zu Schwarz oxidiert ist. Eine vor allem im Bereich des Thoraschreins noch sichtbare Vorgängerfarbfassung war hellblau und besaß einen floralen Fries. Abgesehen von der Frauenempore wurde die Inneneinrichtung in der Reichspogromnacht am 9. November 1938 komplett zerstört. 1832 zerstörte ein Brand die an das Haus des Gemeindeältesten Herz Stern gebaute Synagoge. Stern kaufte sich daraufhin ein neues Gehöft, so daß man das gesamte Grundstück für die Errichtung einer größeren Synagoge nutzen konnte. Ende 1833 war man soweit, mit dem Bau beginnen zu können; dessen genaues Fertigstellungsdatum ist nicht bekannt, muß aber vor 1838 liegen. Erschwert wurde der Bau durch Querelen mit den Fronhäuser und Lohraer Gemeindemitgliedern, die sich nicht an den Baukosten beteiligen, sondern eine eigene Synagoge errichten wollten. Im hinteren Teil des Grundstückes errichtete die Gemeinde eine Mikve, ein Badehaus, das allerdings erst 1910 in den Akten nachweisbar ist, 1916 wurde es durch einen Neubau ersetzt. Die Reste der Mikve wurden 1996 in einem Schülerprojekt ergraben. In der Reichspogromnacht wurde die Inneneinrichtung zerstört, eine Brandstiftung unterblieb, um die angrenzenden Gehöfte nicht zu gefährden. Am 9. Februar 1939 mußte die jüdische Gemeinde die Synagoge verkaufen. Sie wurde von Paul Hormel, der hintere Teil des Grundstücks mit der Mikve von Konrad Eidam erworben. 1970 ging auch die Synagoge in den Besitz der Familie Eidam über. 1990 kaufte die Gemeinde Weimar das Gebäude mit finanzieller Hilfe des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Im Mai 1995 beschloß der Kreisausschuß des Landkreises, die Synagoge zum symbolischen Preis von 1.- DM zu erwerben. Überlegungen, die Synagoge zu restaurieren, bestanden seit den achziger Jahren. 1988 wurde zunächst ein Baugutachten in Auftrag gegeben, das 1989 vorgelegt wurde. Zu Beginn des Jahres 1993 wurde als erster Bauabschnitt die Außensanierung des Gebäudes begonnen und im Sommer 1995 abgeschlossen. Die Finanzierung lag zu je einem Drittel bei der Gemeinde Weimar, dem Landkreis Marburg-Biedenkopf und dem Land Hessen. In den Jahren 1997/98 erfolgte die durch den Landkreis Marburg-Biedenkopf finanzierte Innensanierung. Nach Abschluß der Restaurierungsarbeiten wurde die Synagoge am 10. März 1998 mit einer feierlichen Veranstaltung der Öffentlichkeit übergeben. Annegret Wenz-Haubfleisch - Marburg, im Januar 1999 |